Unter Führungskräften gesagt: Die Revolution, die mehr Chefs braucht

Shownotes

Grundlage ist die Forschung, die für ihre im September 2024 vorgelegte, später im Strategic Management Journal veröffentlichte Studie 375 Millionen amerikanische Stellenanzeigen auswerteten. Die Folge zeigt anhand der Fälle Klarna und Novartis, wie sich die Rolle der Führungskraft von der reinen Verwaltung hin zur strategischen Orchestrierung verschiebt, und warum ein diskriminierender Einstellungsalgorithmus vor allem eines beweist: dass fehlende menschliche Prinzipien, nicht die Technik selbst, das eigentliche Risiko sind.

Ergänzt wird das durch einen Kontrast zwischen der weltweiten Nutzungsrate laut dem Report "AI at Work 2025" der Boston Consulting Group und der deutlich langsameren Verankerung von KI in deutschen Unternehmen, wie sie die dritte Welle der Konstanzer KI-Studie zeigt.

Die Kernbotschaft der Folge: Überflüssig wird nicht die Führungskraft, sondern jene, die sich weiterhin als reiner Verwalter von Ressourcen versteht.

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00:00:10: Lange klang.

00:00:11: die Geschichte über künstliche Intelligenz freuchte eindeutig.

00:00:14: Maschinen übernehmen Arbeit, also braucht es weniger Menschen, weniger Abstimmung und damit auch konsequenterweise weniger Führung – eine saubere Erzählung wie sie auf Strategiefolien besonders gut aussieht!

00:00:28: Und genau an dieser Stelle wird das interessant, denn dort wo Unternehmen KI ernsthaft einsetzen verschwindet Führungen nicht einfach.

00:00:36: Sie verlagert sich Und sie wird, wenn man genauer hin sieht sogar wichtiger.

00:00:40: Was natürlich etwas Unpraktisches für all jene, die gehofft hatten.

00:00:44: Führung ließ es sich demnächst ebenfalls automatisieren!

00:00:49: Ein Forschungsthemen hat dafür einen ungewöhnlich großen Blick in den Arbeitsmarkt geworfen.

00:00:56: Entscheidend ist aber weniger die beeindruckende Menge der ausgewerteten Stellen anzeigen – das waren ca.

00:01:02: dreihundertfünfzigtausend – als die Richtung, in die er befunden zeigt.

00:01:08: Unternehmen, die stärker auf KI-Sätzen suchen nicht weniger sondern mehr Führung.

00:01:14: Die Kerntase dieser Folge lautet deshalb – KI ersetzt Führungskräfte nicht.

00:01:20: Sie macht nur sichtbar wie viel Koordination Einordnung und Übersetzung nötig ist damit aus automatisierten Möglichkeiten tatsächlich sinnvolle Entscheidungen werden.

00:01:32: oder anders gesagt der Algorithmus liefert Tempo.

00:01:36: Die Frage aber, wohin man damit fährt bleibt weiterhin menschlich.

00:01:42: Man kann sich das gut am Beispiel von Klana vorstellen.

00:01:46: Klana ist bekanntermaßen ein schwedischer Zahlungsdienstleister und eine lizenzierte Bank mit der sie im Internet und in stationären Geschäften sicher und flexibel bezahlen können.

00:01:58: Also bei Klana helft die KI dabei Marketing schneller günstiger uns zugleich individueller zu machen!

00:02:07: Früher klang das wie ein Dreieck, bei dem man sich für zwei Seiten entscheiden musste.

00:02:12: Entweder billig schnell oder persönlich.

00:02:15: Man konnte entweder Masse produzieren oder individuell auf Kunden eingehen.

00:02:21: Beides gleichzeitig war ökonomisch nicht darstellbar.

00:02:25: Mit KI rückte plötzlich alles gleichzeitig in Reichweite.

00:02:30: Ein Moment, in dem manche Organisationen kurz glauben die Physik des Management sei abgeschafft.

00:02:37: Aber genau dadurch wurde Führung nicht überflüssig, im Gegenteil.

00:02:42: Jemand musste entscheiden welche Kampagnen skaliert werden – wo Personalisierung sinnvoll ist und wann Effizienz nicht mehr mit Wirkung verwechselt werden darf.

00:02:54: Noch deutlich verwirrt es bei Novartis, einer der weltweit größten und führenden Pharmakonzerne mit Hauptsitz in der Schweiz.

00:03:01: Dort sorgte eine KI-Anwendung dafür, dass sehr unterschiedliche internationale Bereiche zeitgleich auf denselben aktuellen Datenstand blicken konnten.

00:03:13: Das klingt ja zunächst nach Vereinfachungen – weniger Abstimmung, weniger Reibung und weniger Informationsverlust.

00:03:20: Also nach jenem Zustand von dem Organisationen seit Jahrzehnten träumen kurz bevor sie ein neues Abstimmungsmeeting ansetzen!

00:03:30: Tatsächlich entstand aber etwas Neues, wenn alle dieselben Daten sehen tauchen plötzlich Fragen auf die vorher hinter Abteilungssilos unsichtbar waren.

00:03:42: Welche Märkte entwickeln sich anders als erwartet?

00:03:45: Welche Entscheidungen hängen zusammen und welche Schlüsse sind wirklich handlungsrelevant?

00:03:51: Führung wird dann weniger zum Weiterreichen von Zahlen und mehr zum Übersetzen von Daten in Richtung.

00:04:00: Aus eigener Führungserfahrung wirkt dieser Befund gar nicht so überraschend.

00:04:05: Viel Führungsarbeit bestand schon immer darin, Dinge zusammenzubringen – vor allem die, die von allein nicht zusammenfinden!

00:04:11: Menschen interessent Systeme Prioritäten und manchmal auch Eitelkeiten, die erstaunlich robustes Schnittstellenprobleme darstellen.

00:04:22: KI verändert da im Grunde nichts, aber sie erhöht die Geschwindigkeit was sortiert werden muss.

00:04:31: Wer Führung bisher als reine Verwaltung verstanden hat, bekommt dadurch ein Problem – wer Führungen aber als Orchestrierung versteht erkennt darin die eigentliche Aufgabe.

00:04:45: Dass diese Aufgabe nicht harmlos ist zeigt ein warnendes Beispiel aus der Studie.

00:04:52: Ein Unternehmen – den Namen lassen wir an dieser Stelle einmal hoffen – ließ einen Einstellungsalgorithmus aus den eigenen historischen Personaldaten lernen.

00:05:02: Das klingt ja zunächst erstmal logisch, man nimmt was bis er funktioniert hat und lässt die Maschine daraus Muster ableiten.

00:05:10: Im Management nennt man so etwas gern Datenbasiert.

00:05:14: Die Daten nannten es vermutlich einfach Vergangenheit.

00:05:19: Nur lernte das System damit auch die alten Verzerrungen.

00:05:23: Am Ende benachteiligte es weibliche Bewerberinnen.

00:05:27: Das Problem war nicht einfach die KI.

00:05:31: Das Problem ist, dass niemand vorher sauber geklärt hatte nach welchen Prinzipien entschieden werden soll.

00:05:38: Genau diese Klärung kann man nicht an ein System delegieren das erst aus der Vergangenheit lernt wie die Zukunft sein soll.

00:05:48: Auch der Blick auf die aktuelle Nutzung von KI erzählt eher eine Geschichte als eine Statistik.

00:05:55: Weltweit klingt es inzwischen oft so, als sei KI längst überall angekommen.

00:06:00: In deutschen Unternehmen zeigt sich die Verankerung deutlich langsamer und vorsichtiger.

00:06:06: Man könnte sagen während anderswo schon skaliert wird, wird hierzulande zunächst gewissenhaft geprüft ob das Skalieren ordnungsgemäß vorbereitet wurde.

00:06:18: Dieser Unterschied ist aber kein Widerspruch, sondern eher ein Hinweis.

00:06:22: Zwischen dem Ausprobieren eines Werkzeugs und seiner wirksamen Einbettung in Arbeit Entscheidungen und Verantwortung liegt ein weiter Weg Und genau auf diesem Weg entsteht Führungsarbeit.

00:06:37: Was folgt daraus für Führungskräfte?

00:06:39: Drei Gedanken trocken beobachtet!

00:06:42: Erstens wer glaubt KI-Einführung sei vor allem eine Frage des richtigen Tools macht es sich ein wenig zu bequem.

00:06:50: Das Tool ist wichtig, gar keine Frage!

00:06:53: Es beantwortet leider nur nicht welche Arbeit sich wirklich verändern soll wer Verantwortung trägt und woran Erfolg gemessen wird.

00:07:02: Dafür gibt es bislang keine zuverlässige Schallfläche auch wenn vermutlich schon jemand dazu an einer Präsentation arbeitet.

00:07:10: Und genau dort beginnt Führung.

00:07:13: Zweitens, bevor ein Algorithmus Entscheidungen vorbereitet muss geklärt sein welche Prinzipien gelten.

00:07:21: Sonst reproduziert er nicht die Zukunft des Unternehmens sondern die blinden Flecken seiner Vergangenheit nur etwas schneller und mit überzeugender Oberfläche.

00:07:32: Und drittens Die größte Aufmerksamkeit sollte nicht der Frage gelten was KI technisch kann sondern wie Menschen mit ihren Ergebnissen arbeiten.

00:07:43: Denn Wert entsteht nicht, wenn ein System etwas ausspuckt – so beeindruckend das Ausspucken inzwischen raus in Mark.

00:07:51: Wert entstehen, wenn jemand daraus eine gute Entscheidung ableiten kann!

00:07:56: Die Sorge künstliche Intelligenz mache Führungskräfte.

00:08:00: überflüssig war also vermutlich zu schlicht.

00:08:04: Überflüssiger wird eher die Vorstellung, Führungen bestehe vor allem aus Kontrolleverwaltung und Weiterleitung von Informationen.

00:08:12: Gefragt ist eine Rolle, die Datenprinzipien und Menschen zusammenführt und daraus Orientierung herstellt.

00:08:21: KI ist in dieser Geschichte nicht der Ersatzverführung – sie ist eher der ziemlich datenhungrige Kollege, der erstaunlich schnell arbeitet aber zwischendurch darauf angewiesen bleibt dass jemand weiß warum überhaupt gearbeitet wird.

00:08:37: Das war unter Führungskräften gesagt trocken beobachtet.

00:08:41: In dieser Folge ging es um die Frage, warum künstliche Intelligenzführung nicht abschafft sondern ihren Kern deutlicher macht.

00:08:48: Orientierung geben, Prinzipien klären und Entscheidungen ermöglichen.

00:08:53: Die Quellen dazu und einen vertiefenden Artikel finden Sie unter www.wl.info.

00:08:59: Danke fürs Zuhören!

00:09:01: Wünsche Ihnen die Neugierde zu prompten und bis zum nächsten Mal.

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