Unter Führungskräften gesagt: Warum Mitarbeitende weniger über ihre mentale Gesundheit sprechen wollen
Shownotes
Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl der Arbeitnehmenden in Deutschland, die sich Unterstützung für ihre mentale Gesundheit vom Arbeitgeber wünschen, von 85 auf 45 Prozent gefallen. Diese Folge fragt, was hinter diesem Rückgang wirklich steckt, und kommt zu einem anderen Schluss als dem naheliegenden.
Anhand der aktuellen Zahlen des Randstad Arbeitsbarometers 2026 zeigt diese Folge, warum sinkendes Interesse die falsche Erklärung ist. Stattdessen geht es um Jobsicherheit, die in unsicheren Zeiten vor Selbstfürsorge rückt, und um die Frage, warum fast jede zweite befragte Person sich nicht traut, Probleme am Arbeitsplatz offen anzusprechen. Eine weitere Zahl aus derselben Erhebung macht deutlich, dass es sich dabei nicht um Gleichgültigkeit handelt: Mehr als ein Drittel der Befragten hat bereits wegen eines toxischen Arbeitsklimas gekündigt.
Im zweiten Teil geht es um die Lücke zwischen angekündigten Maßnahmen und tatsächlich erlebter Sicherheit im Unternehmen, um die Frage, warum ein Angebot allein noch kein Vertrauen schafft, sowie um drei konkrete Handlungsempfehlungen für Führungskräfte, die dieser stillen Vertrauenskrise aktiv begegnen wollen.
Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Wer schweigt, hat nicht weniger zu sagen, sondern mehr zu verlieren.
Den vollständigen, kostenlosen Blogartikel finden Sie auf meiner Website unter www.wehl.info
Transkript anzeigen
00:00:10: Herzlich Willkommen zu Unterführungskräften gesagt.
00:00:14: Eine Zahl aus dem aktuellen Randstadt-Arbeitsbarometer lässt aufhorchen, zwanzig vierundzwanzig hielten noch eighty fünf Prozent der Arbeitnehmern in Deutschland die Unterstützung ihrer mentalen Gesundheit durch den Arbeitgeber für wichtig oder sogar sehr wichtig.
00:00:31: zwanzig, fünfundzwanzig waren es noch sechzig-prozent und zwanzisächsundzwanzige nur noch vierzig Prozent.
00:00:38: Man könnte also meinen das Thema ist auf der Interessenliste plötzlich unwichtig geworden.
00:00:44: Das Gegenteil ist der Fall – genau das macht diese Zahl so spannend!
00:00:49: Dieser Rückgang ist natürlich kein Zeichen nachlassenden Interesses an der eigenen mentalen Gesundheit.
00:00:56: Er ist eher Symptom für erodierte psychologische Sicherheit.
00:01:01: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten rückt Job-Sicherheit vor Selbstversorge.
00:01:05: Und wer Angst um die eigene Stelle hat, schweigt natürlich lieber statt sich verletzlich zu zeigen!
00:01:13: Eine Zahl aus einem Arbeitsbarometer – aber im Kern eine stelle Vertrauenskrise zwischen Belegschaft und Führung.
00:01:22: Die Zahlen für twenty sechsundzwanzig des Arbeitsbarometers stützen diese Lesart Einen.
00:01:29: seventy Prozent der Arbeitenehmenden nennen Job-Sicherheit wichtig oder sehr wichtig, ein deutlich höherer Wert als noch vor einigen Jahren.
00:01:38: Gleichzeitig trauen sich sechsundvierzig Prozent nicht Probleme am Arbeitsplatz offen anzusprechen aus Sorge um die eigene Stelle.
00:01:47: Wer schweigt hat also nicht weniger zu sagen.
00:01:50: wer schweagt hat mehr zu verlieren.
00:01:53: Dass es sich dabei nicht um Gleichgültigkeit handelt, zeigt eine weitere Zahl aus derselben Erhebung.
00:02:00: Sechsunddreißig Prozent der Befragten haben schon einmal wegen eines toxischen Arbeitsklimas gekündigt.
00:02:06: Das eigene Wohlbefinden wird also nicht weniger wichtig genommen.
00:02:10: Es wird nur seltener offen thematisiert solange die Stelle als gefährdet erlebt wird.
00:02:17: Ich kenne das Muster auch aus meiner eigenen Coaching Praxis.
00:02:20: nun ein Nummer kleiner In meiner ersten Zeit als Coach habe ich jeder Klientin und jedem Klienten zu Beginn gesagt, hier können sie alles ansprechen.
00:02:30: Hier herrscht absolute Offenheit.
00:02:32: Gleichzeitig saß ich mit Notizbuch und sichtbar mitschreibendem Stift da und habe jeden zweiten Satz notiert – die versprochen Offen- heit blieb erstaunlich lange aus!
00:02:44: Erst wenn sich das Notiz Buch weggelegt habe kamen die eigentlich interessanten Sätze.
00:02:51: Bemerkenswert ist, dass viele Unternehmen die zeichende Zeit durchaus erkannt haben.
00:02:56: Laut Randstadt haben sieben-dreißig Prozent der Unternehmen bereits gezielte Maßnahmen zur Förderung der mentalen Gesundheit ihrer Belegschaft umgesetzt.
00:03:06: Trotzdem schließt das die Vertrauenslücke nicht automatisch!
00:03:11: Ein Maßnahme auf dem Papier und ein Gefühl von Sicherheit im echten Gespräch sind zwei verschiedene Dinge… Und nur das Zweite von beiden entscheidet darüber, ob jemand tatsächlich den Mund aufmacht oder eben nicht.
00:03:28: Stellen Sie sich mal als Beispiel das Internet eines x-beliebigen Unternehmens vor!
00:03:33: Eine bunte Kachel mit der Aufschrift wir hören zu.
00:03:37: Direkt daneben ein Formular für anonymes Feedback, dass nach dem Absenden die Send die Abteilung des Absenders mitschickt.
00:03:47: Die Mitarbeitenden merken das meist beim zweiten Mal.
00:03:52: Danach bleibt das Formulalea, die Kachelbund und die Statistik zur Nutzung des neuen Angebots erstaunlich niedrig.
00:04:01: Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht ob ein Unternehmen etwas anbietet sondern ob die Belegschaft glaubt dass die Nutzungen dieses Angebots ohne Folgen bleibt.
00:04:11: Genau diese Überzeugung ist es den unsicheren Zeiten als erstes bröckelt!
00:04:18: Hier drei Empfehlungen für die Führungskräfte, die dieser stillen Vertrauenskrise aktiv begegnen wollen.
00:04:25: Erstens Verlässlichkeit vor Ankündigung.
00:04:29: Ein einzelner Workshop zu mentaler Gesundheit ersetzt keine regelmäßigen planbaren Gesprächstermine in denen Belastung frühzeitig zur Sprache kommen kann ohne dass daraus im nächsten Meeting eine Konsequenz gezogen wird.
00:04:46: Zweitens.
00:04:47: Führungskräfte gezielt für das Erkennen von Überlastungen sensibilisieren, nicht nur für das Verwalten von Zielvereinbarungen.
00:04:56: Wer Überlastung erst bemerkt werden jemand kündigt kommt strukturell viel zu spät.
00:05:03: Drittens niedrig-schwellige Angebote nur einführen wenn ihre Vertraulichkeit auch tatsächlich geprüft und garantiert werden kann.
00:05:12: Ein Angebot, dem niemand traut ist schlechter als gar kein Angebot weil es zusätzlich noch Enttäuschung erzeugt.
00:05:22: Arbeitgeber sollten das Thema mentale Gesundheit proaktiv angehen sagt Verena Mene Director Group HR bei anstatt Deutschland in der zugrunde liegenden Mitteilung.
00:05:35: Proaktiv heißt dabei mehr als ein neues Angebot im Internet.
00:05:40: Es heißt so viel Verlässlichkeit aufzubauen, dass Mitarbeitende das Gefühl verlieren mit jeder ehrlichen Antwort auch ein Risiko einzugehen.
00:05:49: Die sinkende Zahl im Arbeitsbarometer ist damit weniger eine Nachricht über nachlassendes Interesse an mentaler Gesundheit als eine Nachrichten über wachsendes Misstrauen gegenüber der Frage wer eigentlich zuhört!
00:06:05: Das war unter Führungskräften gesagt.
00:06:07: Ausführlicheres zum Thema psychologische Sicherheit finden Sie auf meinem Blog unter www.welpunktinfo-post.
00:06:16: Quelle dieser Folge, Randstadt Deutschland GmbH und KOKAG Pressemitteilungen, mentale Gesundheit wird von Beschäftigten weniger priorisiert bleibt aber Fluktuationsgrund!
00:06:28: Danke fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.
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