Warum Motivation Sie anlügt - und was wirklich zählt
Shownotes
Zeitliche Landmarken wie Neujahr, Geburtstage oder auch nur ein neuer Monat motivieren uns, einen Neuanfang zu wagen. Wir fühlen uns innerlich frisch, unbelastet von vergangenen Misserfolgen.
Das Problem ist nur: Dieses Gefühl ist temporär. Es ist ein emotionales Hoch, kein stabiles Fundament.
Die Frage, die wir heute stellen: Warum scheitern so viele gute Absichten? Und was unterscheidet Menschen, die ihre Ziele tatsächlich erreichen, von denen, die auf halbem Weg aufgeben?
Was der Rubikon, Volition, die Basalganglien und der Präfrontale Cortex damit zu tun haben und wir wirklich dauerhaft Bestleistungen erbringen können, analysieren wir in dieser Episode.
Transkript anzeigen
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Podcasts für echte Führungspersönlichkeiten von Alexander Wehl.
00:00:19: Er ist Business Coach, langjährige Führungskraft und ein Enthusiast in Führungen.
00:00:25: Kennen Sie das?
00:00:27: Der Januar beginnt und plötzlich sind alle Fitnessstudios voll!
00:00:31: Die Vorsätze sind frisch die Motivation sprudelt – die Energie scheint grenzenlos.
00:00:37: Endlich Sport, endlich gesünder Essen.
00:00:40: Endlich das große Projekt angehen, dass seit zwei Jahren in der Schublade liegt.
00:00:45: Die Stimmung ist elektrisierend.
00:00:48: Neues Jahr neu sich!
00:00:50: Diesmal wird alles anders.
00:00:54: Und dann kommt der Februar.
00:00:56: Die Studios lehren sich die Laufschuhe verstorben im Flur und das Projekt?
00:01:02: Liegt wieder eine Schublada direkt neben den guten Vorsätzen vom letzten Jahr.
00:01:08: Heute sprechen wir über eine unbequeme Wahrheit.
00:01:12: Motivation ist ein schlechter Verbündeter, sie ist laut und verlockend.
00:01:17: Sie fühlt sich großartig an aber sie hält nicht was verspricht.
00:01:22: Die Psychologie kennt dieses Phänomen übrigens gut – sie nennt es den Fresh Start Effect.
00:01:29: Zeitliche Landmarken wie Neujahr, Geburtstage oder auch nur ein neuer Monat motivieren uns einen neuen Fang zu wagen.
00:01:37: Wir fühlen uns innerlich frisch, unbelastet von vergangenen Misserfolgen.
00:01:43: Das Problem ist nur dieses Gefühl ist temporär – es ist ein emotionales Hoch, kein stabiles Fundament!
00:01:50: Die Frage die wir heute stellen, warum scheitern so viele gute Absichten und was unterscheidet Menschen, die ihre Ziele tatsächlich erreichen?
00:01:59: Von denen, die auf halben Weg
00:02:02: aufgeben?!
00:02:03: Die Antwort hat weniger mit Willenskraft zu tun als sie denken….
00:02:08: und sie die Tief in unserem Gehirn verborgen.
00:02:11: Und genau das wollen wir heute analysieren!
00:02:24: Hier ist meine These, und Sie wird sich vielleicht überraschen.
00:02:27: Motivation ist der Funke aber Disziplin ist das Feuer.
00:02:33: oder um es anders zu formulieren, Motivations bringt sie dazu anzufangen Aber nur Disziplinen sorgt dafür dass sie durchhalten.
00:02:42: Zwischen Anfangen und Durchhalten liegt ein Abgrund in den die meisten guten Vorsätze fallen.
00:02:50: Das klingt zunächst wie eine Binsenweisheit, natürlich braucht man beides werden sie sagen aber die Forschung zeigt uns etwas Überraschendes.
00:02:57: diese beiden Zustände sind nicht nur verschieden.
00:03:00: Sie werden von völlig unterschiedlichen Systeme in unserem Gehirn gesteuert und sie erfordern unterschiedliche Strategien.
00:03:09: Die Psychologie unterscheidet hier zwischen Motivation und Volition.
00:03:16: Das ist das Wünschen, das Abwägen und das Träumen von besseren Ergebnissen.
00:03:21: Es ist der angenehme Teil!
00:03:23: Hier überlegen wir was wir erreichen wollen und ob es realistisch erscheint.
00:03:28: Hier malen wir uns aus wie großartig es wäre fitter zu sein erfolgreicher zu führen produktiver zu arbeiten.
00:03:38: Wo lizen dagegen?
00:03:40: Das ist die unbequeme Schwester der Motivation.
00:03:43: Sie ist das Planen, dass Umsätzen das durchhalten.
00:03:47: Auch wenn die anfängliche Begeisterung links verflogen ist – auch wenn es regnet!
00:03:53: Auch der Tag anstrengend war und erst recht, wenn das Surfer ruft.
00:03:59: Das sogenannte Rubicon-Modell der Handlungspsychologie entwickelt von Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer beschreibt diesen Übergang als einen entscheidenden Wendepunkt benannt nach dem Fluss den Julius Caesar im Jahr n.a.
00:04:14: für Christus überschritt und damit einen Bürgerkrieg auslöste, ein Punkt ohne Rückkehr!
00:04:21: Genauso funktioniert echte Zielverfolgung.
00:04:24: Irgendwann müssen Sie aufhören zu überlegen und anfangen zu handeln – sie müssen den Rubikon überschreiten.
00:04:31: Und das erfordert einen völlig anderen mentalen Modus.
00:04:36: Lassen Sie mich Ihnen erklären warum Ihr Gehirn gegen Sie arbeitet?
00:04:40: zumindestens anfangs.
00:04:42: Und warum das eigentlich eine gute Nachricht ist, wenn man sie richtig versteht?
00:04:47: Unser präfrontaler Cortex also der vordere Teil des Gehirns direkt hinter den Sternen, also der Punkt wo Sie anderen Leuten gewöhnliche Vogel zeigen, ist für bewusste Entscheidungen zuständig.
00:04:59: Er plant, er kontrolliert Impulse, er wagt Optionen ab.
00:05:04: Er hält uns auf Kurs, wenn alles in uns nach dem Sofa schreit!
00:05:09: Das Problem Er ist unglaublich energieintensiv.
00:05:13: Stellen Sie sich denn Präfrontalen Cortex wie ein hochbezahlten Unternehmensberater vor?
00:05:18: Brilliant ohne Frage!
00:05:20: Er analysiert Messer scharf, er trifft kluge Entscheidungen – er sieht das große Ganze.
00:05:26: Aber seine Tagessätze sind astronomisch….
00:05:29: Ihr Gehirn kann es sich schlicht nicht leisten in den ganzen Tag arbeiten zu lassen.
00:05:35: Deshalb strebt das Gehirnen danach Kontrolle abzugeben An die Basal ganglieren, eine tiefere Hirnstruktur.
00:05:44: Diese funktionieren wie ein zuverlässiger Autopilot.
00:05:47: Einmal programmiert führen sie Routinen aus ohne dass wir nachdenken müssen – also kein teurer Berater nötig!
00:05:56: Das ist der neurobiologische Kern von Gewohnheiten.
00:06:00: Energiesparen durch Automatisierung Und das ist eigentlich genial.
00:06:05: Es ermöglicht uns komplexe Handlungen, Autofahren und Zähne putzen den Weg zur Arbeit durchzuführen ohne jedes Mal von Grund auf nachdenken zu müssen.
00:06:16: Nun zum ersten unbequemen Zahl des Tages.
00:06:19: Es dauert im Durchschnitt sechsundsechzig Tage bis ein neues Verhalten zur echten Gewohnheit wird – nicht einundzwanzig Tage wie oft behauptet wird!
00:06:29: Dieser einund zwanzig Tagemütus geht übrigens auf ein Missverständnis eines Buches aus den neunzehnhundertsechziger Jahren zurück und hält sie seither erhardnäckig.
00:06:39: Die Forscherin Philippa Lele von der University College London hat das systematisch untersucht, Ergebnis?
00:06:47: Sechsundsechzig Tage im Durchschnitt!
00:06:50: Und die Spannweite reicht von achtzehn bis zweihundertfünfzig Tagen je nach Komplexität des Verhaltens und der Person.
00:07:00: Was bedeutet das jetzt konkret?
00:07:02: Ihr präfrontaler Cortex?
00:07:04: der teure Berater muss über zwei Monate lang die Hauptarbeit leisten, bevor die Basalganglien – der günstige Autopilot – übernehmen können.
00:07:15: Zwei Monate bewusste Anstrengung!
00:07:18: Zwei Monate in denen jeder stressige Tag jede durchwachte Nacht jede zusätzliche Belastung ihre kognitiven Reserven anzapft.
00:07:28: Und hier kommt das fundamentale Problem mit der Motivation Sie hält keine zwei Monate.
00:07:34: Sie funktioniert wunderbar am ersten Januar, sie trägt sie vielleicht noch durch die zweite Woche aber sie versagt zuverlässig am fünftzehnten Februar wenn der Alltag zurückgekehrt ist und der anfängliche Zauber verflogen.
00:07:50: Lassen Sie mich das an einem konkreten Beispiel verdeutlichen, was ich in meiner Coaching-Praxis immer wieder erlebe Eine Führungskraft nennen wir sie Frau Schneider wird befördert.
00:08:02: Sie übernimmt zum ersten Mal ein größeres Team, fünfzehn Mitarbeiter.
00:08:08: Sie hat Führungsseminare besucht, Bücher gelesen und Podcast gehört – hoffentlich den hier!
00:08:15: Sie weiß also wie moderne Führungen aussehen sollte.
00:08:19: Ihr Vorsatz?
00:08:20: Ab sofort mehr zuhören statt selbst reden Fragen stellen statt Antworten geben Raum lassen statt dominieren.
00:08:30: Die ersten Tage funktioniert das Vorrag Sie hält sich in Meetings zurück, sie stellt offene Fragen.
00:08:36: Sie lässt ihre Mitarbeitenden ausreden auch wenn ihr innerlich schon die Lösung auf der Zunge liegt und sie fühlt sich gut dabei.
00:08:45: Das ist die Führungskraft, die sie sein will!
00:08:49: Dann kommt Woche drei – ein kritisches Projekt gerät in Schieflage.
00:08:53: Der Kunde ist unzufrieden, Ihr eigener Chef macht Druck Die Deadline rückt näher und das Team scheint nicht schnell genug voranzukommen.
00:09:03: Und plötzlich, fast automatisch ohne dass sie es bewusst entscheidet fällt Frau Schneider in alte Muster zurück und sie unterbricht den Meeting.
00:09:12: Sie gibt detaillierte Anweisungen statt Fragen zu stellen sie micromanaged kontrolliert dominiert das Gespräch.
00:09:21: Am Abend auf dem Heimweg merkt sie es und ärgert sich über sich selbst Ich wollte doch anders führen.
00:09:29: Was ist nur los mit mir?
00:09:31: Was ist passiert?
00:09:33: Nichts Ungewöhnliches muss ich sagen.
00:09:35: Ihr präfrontaler Cortex war schlicht erschöpft, die Forschung nennt das Entscheidungsermüdungen.
00:09:42: Je mehr Entscheidungen wir treffen je mehr Stress wir ausgesetzt sind desto schwächer wird unsere Selbstregulation.
00:09:49: und wenn der Präfrontale Cortex ermüdet ist übernimmt das Gehirn den Default-Modus – die alten eingefahrenen Gewohnheiten.
00:09:58: Bei Frau Schneider war das ein direktiver Führungsstil, den sie über Jahre in anderen Rollen praktiziert hatte.
00:10:04: Es ist tief!
00:10:05: Er ist neuronal gefestigt – er fühlt sich unter Stress sogar richtig an weil er eben vertraut ist.
00:10:13: Das neue Führungverhalten dagegen?
00:10:16: Es waren noch nicht gefestigte es brauchten noch den teuren Berater und der war an diesem stressigen Tag nicht verfügbar.
00:10:25: Der Psychologe Walter Mischel, bekannt durch das berühmte Marshmallow-Experiment mit Kindern hat ein hilfreiches Modell entwickelt um dieses Phänomen zu verstehen.
00:10:38: In unserem Kopf konkurrieren permanent zwei Systeme – Ein heißes System, das emotional impulsiv und auf sofortige Befriedigung ausgerichtet ist.
00:10:47: Es wird von der Amygdala gesteuert, unserem Stresszentrum.
00:10:51: Dieses System ist schnell reaktiv und such den kurzfristigen Gewinn.
00:10:57: Jetzt das Meeting übernehmen, jetzt die Kontrolle haben – jetzt die Schokolade essen!
00:11:03: Und ein kühles System, dass rational strategisch und fähig zum Belohnungsaufschub ist.
00:11:11: Es wird vom präfrontalen Cortex gesteuert.
00:11:15: Dieses System ist langsamer reflektierter aber eben auch anfälliger für Erschöpfung.
00:11:22: Motivation spricht oft das heiße System an.
00:11:25: Sie ist emotional aufgeladen, sie fühlt sich gut an – sie will sofortige Ergebnisse sehen.
00:11:31: Disziplin dagegen ist eine Funktion des Kühlensystems.
00:11:35: Sie plant voraus und akzeptiert Verzögerungen, die hält durch auch wenn es sich nicht gut anfühlt.
00:11:42: Das Problem?
00:11:43: Und der Stress gewinnt fast immer das heißen System.
00:11:46: Die Amygdala wird aktiv überflutet das System mit Stresshormonen Und der preffontale Cortex?
00:11:53: Der zieht sich zurück.
00:11:55: Er hat schlicht nicht die Ressourcen, um gegen diesen Ansturm anzukämpfen.
00:12:00: Ein zweites Beispiel diesmal aus einem anderen Kontext Herr Weber – Vertriebsleiter in einem mittelständischen Unternehmen nimmt sich vor jeden Morgen dreißig Minuten früher aufzustehen, um vor der Arbeit Sport zu machen!
00:12:14: Er hat gelesen dass morgendliche Bewegung die Produktivität steigert den Kopf freimacht Energie für den Tag gibt.
00:12:22: Er ist hochmotiviert!
00:12:25: Die erste Woche läuft fantastisch, der Wecker klingelt um fünfunddreißig und Herr Weber springt aus dem Bett.
00:12:31: Na ja vielleicht springt er nicht aber er steht zumindest auf.
00:12:34: Er macht seine Übungen duscht frühstückt in Ruhe und kommt Energie geladen ins Büro.
00:12:40: die Kolleginnen und Kollegen bemerken den Unterschied.
00:12:43: Er selbst fühlt sich großartig.
00:12:47: Woche zwei immer noch gut aber das Aufstehen fällt schwerer.
00:12:51: Der Wecker klingelt und es gibt einen Moment des Zögens, aber die Motivation trägt noch.
00:12:58: Woche drei Herr Weber hat am Vorabend bis spät Angebote geschrieben.
00:13:02: Wichtiger Kunde Urdruck!
00:13:05: Als der Wecker um fünf Uhr dreißig klingelte drückte er aufs Noos – nur heute Morgen wieder.
00:13:12: Woche vier ein Geschäftsessen am Mittwoch das bis elf Uhr abends ging.
00:13:17: Donnerstag und Freitag kein Sport.
00:13:19: Am Wochenende nimmt er sich vor Am Montag wieder zu starten.
00:13:24: Woche fünf Der Montag kommt, der Wecker klingelt.
00:13:28: Herr Weber legt den Bett und denkt ich bin einfach kein Morgenmensch.
00:13:33: Das war eine schöne Idee aber es passt einfach nicht zu mir.
00:13:39: Was ist passiert?
00:13:40: Oberfläche betrachtet könnte man sagen mangelnde Willenskraft.
00:13:44: Herr Weber war nicht diszipliniert genug Aber schauen wir genau hin!
00:13:49: Herr Weber hatte keinen Plan für Störungen.
00:13:51: Er hatte keine Strategie für Nächte, in denen er spät ins Bett kam.
00:13:56: Er hat keine Wendanregeln für Ausnahmesituationen.
00:14:00: Er verließ sich vollständig auf seine Motivation und die war nach drei Wochen aufgebraucht.
00:14:07: Außerdem versuchte eine komplexe Verhaltensänderung vorzunehmen – also frühes Aufstehen plus Sport ohne seine Umgebungen anzupassen!
00:14:18: Die Sportkleidung lag im Schrank die Sporttasche im Keller.
00:14:23: Jeder zusätzliche Schritt am Morgen war eine zusätzliche Entscheidung, eine zusätzliche Belastung für den müden präfrontalen Cortex und schließlich interpretierte seine Rückschläge als Charakterschwäche statt als Systemproblem.
00:14:41: Ich bin kein Morgengensch ist eine Identitätsaussage die weitere Versuche blockiert.
00:14:47: Es ist viel schwieriger gegen die eigene Identität zu handeln als nur gegen einen schlechten Morgen.
00:14:55: Ein weiterer neurobiologischer Faktor macht die Sache nicht einfacher.
00:15:00: Dopamin.
00:15:01: Dopamin ist unser körpereigenes Teachingsignal, es wird ausgeschüttet wenn wir eine Belohnung erwarten oder erhalten und es stärkt die neuronalen Schaltkreise die zu dieser Belohnungen geführt haben.
00:15:16: Das klingt zunächst hilfreich.
00:15:18: Und es ist hilfreich, bei Gewohnheiten die sofort belohnen.
00:15:23: Das Stück Schokolade, das Korrollen durch soziale Medien.
00:15:27: Das Übernehmen der Kontrolle in eine Meeting wenn sie schnell gehen muss.
00:15:31: Das Problem?
00:15:33: Neue gesunde Gewohnheit belohnt oft verzögert.
00:15:36: Der Lauf heute macht sie nicht morgen fit!
00:15:39: Die gesunde Mahlzeit zeigt sich nicht schon nächste Woche auf der Waage.
00:15:44: Die konsequente Führungsarbeit führt nicht sofort zu besseren Ergebnissen.
00:15:49: Das Zuhören statt Reden fühlt sich anfangs sogar unbefriedigend an, weil sie ihre guten Ideen zurückhalten!
00:15:57: Das Gehirn geprägt durch Jahrtausende der Evolution in denen sofortige Belohnungen überlebenswichtig war bevorzugt jedoch unmittelbare Gratifikation eine schlechte Nachricht für jeden der langfristigen Ziele verfolgt.
00:16:13: Was also tun?
00:16:15: Wie schaffen wir den Übergang von der flüchtigen Motivation zur stabilen Disziplin?
00:16:21: Lassen Sie mich drei Strategien vorstellen, die auf der Forschung basieren und die in der Praxis funktionieren.
00:16:30: Erstens Implementierungsintention Klingt sperrig – ich weiß Aber es ist einfacher als der Name vermuten lässt.
00:16:40: Formulieren sie wenn dann Pläne.
00:16:42: Also nicht Ich will mehr Sport machen, sondern wenn ich montags das Büro verlasse fahre ich direkt ins Fitnessstudio.
00:16:51: Meine Sporttasche liegt bereits im Auto!
00:16:54: Nicht ich will besser zuhören, sondern Wenn ein Mitarbeiter da anfängt zu sprechen lege ich meinen Stift weg und schaue ihn an.
00:17:04: Ich warte drei Sekunden nach seinem letzten Satz bevor ich antworte.
00:17:09: Diese Technik ist bemerkenswert wirksam.
00:17:12: Warum?
00:17:12: Weil sie die Entscheidung an einen Umweltreiz delegiert.
00:17:16: Sie müssen nicht mehr überlegen, ob sie Sport machen!
00:17:19: Der Moment des Büroverlassens am Montag entscheidet für sie.
00:17:23: Der Präfrontal der Cortex wird entlastet – die Disziplin wirst du Technik statt zur Charakterfrage.
00:17:31: Peter Golwitzer nennt das das Delegieren der Handlungssteuerung an situative Hinweisreize.
00:17:38: Klingt wieder kompliziert, ist aber im Kern simpel.
00:17:41: Lassen Sie die Umgebung für sie entscheiden!
00:17:46: Zweitens – Die Umgebungen gestalten.
00:17:49: Ihr Gehirn folgt dem Weg des geringsten Widerstands.
00:17:52: Das ist keine Schwäche das ist Evolution.
00:17:55: Nutzen Sie es Wenn Sie morgens Sport machen wollen legen Sie die Sportkleidung abends neben das Bett oder besser noch Schlafen Sie in der Sportkleiding.
00:18:05: Also wenn ihr Lebenspartner das so mitmacht.
00:18:10: Reduzieren Sie jeden Schritt, jede Entscheidung jedes Hindernis zwischen Ihnen und dem gewünschten Verhalten.
00:18:17: Wenn sie weniger Süßes essen wollen kaufen Sie keine Süßigkeiten ein – nicht wenige einkaufen… gar nicht einkauen!
00:18:24: Was nicht im Haus ist kann sie nicht um Mitternacht verführen wenn der Präfrontal der Cortex längst schläft.
00:18:32: Wenn Sie konzentrierte arbeiten wollen schalten Sie alle Benachrichtigungen ab.
00:18:36: legen Sie das Handy in einen anderen Raum.
00:18:38: Machen sie es schwer, abgelenkt zu werden.
00:18:42: Erfolgreiche Menschen – das zeigt die Forschung immer wieder – haben nicht mehr Willenskraft als andere!
00:18:49: Sie haben ihr Umfeld so gestaltet dass Willens Kraft weniger oft gebraucht wird.
00:18:54: Sie gewinnen nicht den Kampf gegen die Versuchungen, sie vermeiden den Kampf.
00:18:59: Drittens erwarten sie den Einbruch und planen sie dafür.
00:19:03: Die gefährlichste Phase liegt zwischen der dritten und achten Woche.
00:19:07: Die anfängliche Begeisterung ist verflogen, aber die Gewohnheit noch nicht in den Basalganglien gefestigt.
00:19:15: Sie befinden sich quasi im Niemandsland!
00:19:18: Wer das weiß, der kann sich darauf vorbereiten.
00:19:21: Haben sie einen Plan B für schlechte Tage?
00:19:24: Wenn der volle Sportkurs nicht möglich ist machen sie zehn Minuten Gymnastik zu Hause.
00:19:29: Wenn das ausführliche Mitarbeitergespräch nicht klappt nehmen sie sich zumindest fünf Minuten für eine echte Frage.
00:19:37: Erwarten Sie Rückschläge.
00:19:39: Sie sind keine Charakterschwäche, sie sind Teil des Prozesses.
00:19:43: Die Forschung zeigt übrigens das einzelne Aussetzer die Gewohnheitsbildung kaum beeinträchtigen.
00:19:49: Problematisch wird es nur bei systematische Unregelmäßigkeit.
00:19:54: Also ein verpasster Tag ist kein Drama Eine verpasste Woche schon eher.
00:20:00: Und vor allem interpretieren Sie Rügeschlägen nicht als Beweis dafür dass sie ebenso sind.
00:20:06: Sie sind nicht faul Sie sind nicht undiszipliniert, sie sind ein Mensch mit einem Gehirn das auf Energieeffizienz optimiert ist.
00:20:15: Das ist normal!
00:20:16: Und es ist enderbar – mit den richtigen Strategien.
00:20:21: Fassen wir zusammen.
00:20:22: Motivation ist nicht das Problem.
00:20:24: Sie ist sogar notwendig als Initialzündung, als erst ein Puls, als der Funke, der das Feuer entfacht.
00:20:32: Ohne Motivations würden wir nie anfangen.
00:20:35: Aber Motivation allein reicht nicht.
00:20:37: Sie ist flüchtig, sie ist abhängig von Stimmungen und Umständen der Tagesform.
00:20:42: Sie verlässt uns genau dann, wenn wir sie am meisten brauchen – unter Stress bei Rückschlägen in der Routine des Alltags.
00:20:51: Dauerhafte Leistung entsteht nicht durch bessere Motivations.
00:20:55: Sie entsteht dadurch nicht, dass wir uns mehr anstrengen.
00:20:58: Herter zu uns selbst sind unsere Willenskraft trainieren wie ein Muskel!
00:21:03: Sie entsteht durch den Aufbau volizionaler Infrastrukturen und Routinen, die das Nachdenken überfüßig machen.
00:21:10: Umgebungen, die richtiges Verhalten erleichtern – und Falsches erschweren Wenn dann Pläne, die Entscheidungen an Situationen delegieren.
00:21:22: Disziplin ist kein Charaktermerkmal, dass man hat oder nicht hat.
00:21:28: Sie ist kein Talent, das manchen in die Wiege gelegt wurde.
00:21:32: Sie ist ein System, das man aufbaut.
00:21:35: Eine Architektur die das Gehirn entlastet bis die Basalganglieren übernehmen und das neue Verhalten zum Autopiloten wird.
00:21:45: In meiner beruflichen Entwicklung als Führungskraft habe ich viele motivierte Menschen scheitern sehen.
00:21:50: Menschen mit großartigen Ideen, mit brennendem Ehrgeiz, mit aufrichtigen Vorsätzen.
00:21:56: Sie scheiterten nicht weil sie es nicht wollten, sondern weil sie glaubten wollen allein würde reichen.
00:22:03: Ich habe auch Menschen gesehen die weniger enthusiastisch wirken, weder begeistert oder inspiriert.
00:22:10: Aber sie haben ihre Ziele erreicht – nicht Weil sie disziplinierter im traditionellen Sinne waren… Nicht weil sie mehr Willenskraft hatten oder härter gegen sich selbst waren … Sondern weil sie bessere Systeme hatten.
00:22:25: Die erfolgreichsten Menschen, die ich kenne sind nicht die mit der größten Begeisterung.
00:22:29: Es sind sie mit dem besten System.
00:22:33: Oder um es mit einem Gedanken zu schließen, der oft Jim Rohn zugeschrieben wird ... Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, finden Sie auf meinem Blog einen ausführlichen Artikel mit weiteren Hintergründen den neurobiologischen Grundlagen und praktischen Werkzeugen für Ihren Alltag.
00:23:09: Ich danke Ihnen fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal!
00:23:25: Will.info.
00:23:27: Bis dann!
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